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Auslandseminar Israel 2018

Pilgerfahrt ins Heilige Land Tabgha/See Gennesaret und Jerusalem (26. Okt. – 04. Nov. 2018)
5. Tag: Dienstag, 30. Oktober Auf unserer Weiterreise in den Süden passierten wir palästinensisches Gebiet und gelangten nach Nablus, dem alttestamentlichen Sichem. Dort am Fuße des Berges Garizim befindet sich in der Krypta der griechisch orthodoxen Kirche der Jakobsbrunnen, an dem Jesus nach Joh 4 mit der samaritanischen Frau gesprochen hat und aus dem noch heute Wasser geschöpft wird. Ein wenig nordwestlich von Nablus im palästinensischen Autonomiegebiet liegt Samaria/Sebaste, die frühere Hauptstadt des israelischen Nordreiches. Nach der Anfahrt auf der eindrucksvollen, ca. 1,7 km langen Säulenallee aus der Zeit des Kaisers Septimius Severus erreichten wir einen Parkplatz, von dem aus wir einen Rundgang durch die Olivenbaumplantagen, vorbei an den Ruinen des Palastes des Königs Ahab und Resten von hellenistischen sowie römischen Tempelanlagen machten. Am Südhang des Burgberges konnten wir die Ausgrabungen und die Krypta einer byzantinischen Kirche aus dem 5. bis 7. Jh. betreten, welche der Auffindung des Hauptes Johannes‘ des Täufers geweiht war. Nachdem wir kurz vor Sonnenuntergang schließlich Jerusalem erreicht hatten, konnten wir uns mithilfe von Marouns Erklärungen bei rosafarbenem Himmel und mit Muezzin Rufen im Hintergrund an der Aussichtsplattform Belvedere einen ersten Überblick über die alte Davidstadt und die Lage ihrer bedeutendsten Bauten verschaffen. Die Besichtigung des „Haus des Kaiphas“ und das darin befindliche Kerkerloch, in welchem Jesus nach dem Verhör durch die Hohenpriester eingesperrt worden war, jagte im Hinblick unserer Reise auf den Spuren des Herrn wohl manch einem von uns einen Schauer über den Rücken. Gleich daneben: Die heute wieder freigelegten Stufen der Treppe, welche Jesus damals nach seiner Gefangennahme zum Sionsberg hinaufführte, sowie die Kirche St. Peter in Gallicantu mit einer großen Säule, auf der die bezeichnende Szene des Hahnenschreis bildlich dargestellt wird. Nach dem Bezug unseres Gästehauses, dem Paulushaus am Damaskustor in Jerusalem, feierten wir zum Tagesabschluss eine Hl. Messe in der zum Haus gehörigen Kirche. 6. Tag: Mittwoch, 31. Oktober Den ersten vollen Tag in Jerusalem begannen wir zusammen mit einem Gottesdienst in der kleinen Franziskanerkirche „Dominus Flevit“ am Abhang des Ölbergs, dessen Lage einen schönen Blick auf die Stadt erlaubt. Dieser Ort erinnert daran, wie Jesus am Palmsonntag beim Anblick der Stadt geweint hat, weshalb auch das Äußere der Kapelle einer
umgekehrten Träne gleicht. Von dort aus führte uns ein steiler Weg vorbei an den jüdischen Gräbern hinab zum Landgut Gethsemani. In dem Garten dort findet man heute acht uralte Olivenbäume, an deren Wurzelstöcken nach der Geschichte die Jünger Jesu bei ihrer Nachtwache damals eingeschlafen sind. Die Kirche daneben ist die von 1919 bis 1924 wiederaufgebaute Todesangstbasilika, aufgrund der zahlreichen Sponsoren auch Kirche der Nationen genannt, deren Anblick besonders von dem großen Giebelmosaik am Hauptportal gekennzeichnet ist. Auch das prächtige Innere der Kirche lud uns zum Betrachten und Staunen ein. Besondere Beachtung verdiente auch der Altar, der über jenem Felsen errichtet wurde, auf dem Jesus der Erzählung nach Blut geschwitzt hat. Unweit vom Garten Gethsemani gelangten wir über eine Treppe zum Eingang der Mariä Himmelfahrts Kirche hinab, nach deren Betreten uns wiederum 47 breite Marmorstufen in die byzantinische Krypta zum leeren Grab der Mutter Gottes führten. Der Legende nach wurde der Leichnam Mariens nach ihrer Entschlafung am Sionsberg von den Aposteln dorthin zu Grabe getragen, bei einem späteren Öffnen des Grabes jedoch nicht mehr aufgefunden. Wieder höher hinauf zum mittleren Gipfel des Ölbergs führte uns anschließend unser Programm zur Pater noster Kirche, dem Ort, an dem Jesus seine Jüngern das Vaterunser gelehrt hat. An den Mauern dieser Karmelitinnenkirche konnten wir Tafeln mit dem Vaterunser Gebet in mehr als 60 Sprachen betrachten. Nachdem wir in der Altstadt das Stephanstor passiert hatten, kamen wir an den Ort, wo traditionsgemäß das Haus von Joachim und Anna, den Eltern Mariens, gestanden hatte. Hier besichtigten wir die Ausgrabungen der Bethesda Teiche. Aufgrund der Heilung des Gelähmten am Sabbat durch Jesus wurde dem Wasser aus diesem Teich eine Heilkraft zugesprochen. Die 1150 von den Kreuzfahrern errichtete Kirche mit der Geburtsgrotte Mariens direkt neben diesem „Schafteich“ ist als französischer Staatsbesitz heute der hl. Anna geweiht und für ihre besondere Akustik bekannt. Auf den Spuren Jesu folgten wir auch einigen Stationen der bekannten „Via dolorosa“, deren Straßenniveau früher allerdings wesentlich tiefer lag als heute. Bevor wir die letzten Stationen des Kreuzweges Jesu im Inneren der Grabeskirche erreichten, bekamen wir oberhalb ihres Vorhofes einen Einblick in den armen Konvent der Äthiopier, deren Mönche noch heute in armseligen Baracken auf dem Dach der St. Helena Kapelle, einem Teil des Grabeskirche, wohnen. Geht man den Weg wieder hinunter, so erwartet einen hier im Gegensatz dazu die prunkvoll ausgestattete griechisch orthodoxe Jakobuskapelle mit einer Ikone der Maria aus Ägypten. Im Mittelpunkt dieses religiös stark aufgeladenen und dementsprechend vielbesuchten Areals steht jedoch die Anastasis, die Grabeskirche, welche das Hl. Grab, Golgotha sowie den Salbungsstein beherbergt. Die Besonderheit dieser für den Besucher zunächst unübersichtlichen Kirche mit ihren vielen Nischen und kleinen Seitenkapellen ist die Vielfalt der hier anzutreffenden christlichen Konfessionen, die darin beinahe rund um die Uhr nebeneinander, und notfalls auch gleichzeitig, ihren Glauben feiern.
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