Oriens-Occidens verbindet Christen
verschiedener Kirchen aus Ost und West
Auslandseminar Ukraine 2016
Dankwallfahrt anlässlich des 25-jährigen Gründungsjubiläums von Oriens-Occidens e.V.
nach Zarwanitsya und Lemberg/Ukraine (01. - 07. September 2016)
Unseren
Tag
begannen
wir
in
der
sehr
nahe
gelegenen
St. Klymentiy
Shepfyskyj
Pfarrei.
Es
war
ein
kurzer
Spaziergang
und
wir
konnten
uns
schon
einstimmen
in
die
Feier
der
göttlichen
Liturgie.
Pater
Sebastian
leitet
die
Pfarrgemeinde
mit
mehreren
Außenstellen.
Es
ist
auch
Vasyls
Hauskirche.
Nachdem
wir
etwas
für
die
Seele
getan
hatten,
konnten
wir
unseren
Leib
stärken.
Deshalb
führte
uns
Vasyl
nach
der
Liturgie
in
den
Pfarrsaal,
der
in
den
„Katakomben“
unter
der
Kirche
ausgebaut
wurde.
Dort
war
für
uns
ein
Frühstück
angerichtet
mit
allem,
was
das
Herz
begehrt.
Unsere
Gastgeber
hatten
sich
viel
Mühe
gegeben.
Die
Gastfreundschaft
konnte
man
sogar riechen.
Pater
Sebastian
gesellte
sich
zu
uns
und
erzählte
aus
seinem
Leben.
Wir
konnten
uns
nicht
vorstellen,
wie
die
Kirche
ausgeschaut
haben
mag,
als
sie
unter
der
kommunistischen
Herrschaft
für
andere
Zwecke
benutzt
wurde.
Es
ist
großartig,
wie
er
das
Gotteshaus
ausgestattet
hat
und
immer
noch
daran
arbeitet.
Er
durchstreift
das
Land,
sucht
Pfarrkirchen
auf
und
fragt,
ob
er
auf
den
Dachstuhl
schauen
darf.
Dort
findet
er
oft
kostbare
Schätze.
Er
ist
ein
erfolgreicher
Sammler
geworden
und
wir
durften
dies
alles
bewundern.Nun
begannen
wir
mit
unseren
Besichtigungen.
Die
Sonne
hatte
sich
versteckt
und
der
Regen
ließ
grüßen.
Andriy
begleitete
uns
in
die
nah
gelegene
Stadt
Zovkva,
die
zahlreiche
Sehenswürdigkeiten
zu
bieten
hat.
Beim
Marktplatz
erwartet
uns
ein
Führer, der uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorstellte.
Die
Stadtgeschichte
beginnt
mit
der
alt-ruthenischen
Siedlung
„Vynnyky“.
Die
erste
schriftliche
Erwähnung
dieser
Siedlung
stammt
aus
dem
Jahre
1368.
Im
Laufe
der
ersten
200
Jahre
wechselten
die
Grundherren
dieser
Siedlung
häufig
und
im
Jahre
1560
wurde
sie
der
reichen
polnischen
Familie
Szolkewsky
als
Geschenk
übertragen.
Gegen
Ende
des
Jahrhunderts
ließ
Stanislav
Szolkewsky
Vynnyky
zur
Stadt
ausbauen
und
errichtete
ein
Schloss
für
seine
Familie.
1603
wurde
die
Stadt
nach
dem
Namen
des
Großgrundbesitzers
„Zovkva“
genannt
und
sie
bekam
zugleich
das
Marktrecht.
Nach
dem
Wunsch
von
Stanislav
Szolkewsky
sollte
Zovkva
als
ideale
Stadt
erbaut
werden.
Im
17.
Jahrhundert
war
sie
die
Residenz
des
polnischen
Königs Jan III. In dieser Zeit wurde die Zovkvaer Künstlerschule bekannt. 1772 kam sie unter österreichische Herrschaft.
Nun
zur
Besichtigung:
Die
ganze
Stadt
ist
ein
Meisterwerk
der
Renaissance.
Im
17.
Jahrhundert
entwickelte
sie
sich
zur
Stadt
des
Handwerks.
Glasbläser,
Goldschmiede
und
Töpfer
waren
die
häufigsten
Berufe.
Am
Marktplatz
befinden
sich
zweistöckige
Häuser
mit
breiten
Arkaden
wie
sie
für
Handelsstädte
in
Galizien
üblich
waren.
Die
Hauptzierde
der
Stadt
ist
die
„Laurentia-Kathedrale“.
Dieses
Gotteshaus
wurde
von
Stanislav
Szolkewsky
1606
in
Auftrag
gegeben
Es
wurde
von
den
Architekten
Paul
von
Römer
und
von
Ambrosius
Pvychylinyi
entworfen
und
errichtet.
Der
reich
geschmückte
Kreuzkuppelbau
hatte
schon
1640
sieben
Altäre
und
eine
große
Bibliothek.
Die
toskanischen
Reliefsäulen
lenken
die
Blicke
nach
oben
zu
einem
sehr
dekorativen
Fries.
Der
großzügige
Stifter
Jan
III.
Sobieski
ließ
die
Laurentia-Kathedrale
mit
vielen
Skulpturen
und
Schlachtengemälden
von
den
bekannten
Meistern
Martino
Altamonte,
Schymon
Bohusch
und
Andreas
Stech
ausschmücken.
Die
riesigen
Bilder
von
den
Schlachten
bei
Klusyn
(1610),
Chotyn
(1675)
und
Wien
(1683)
sollen
die
Kriegserfolge
der
Könige
verherrlichen
und
ihren
Ruhm
vergrößern.
Das
Bild
der
Schlacht
bei
Wien
befindet
sich
heute
im
Museum
in
Schloss
Olesko.
Eine
Kopie
soll
wieder
einen
Platz
in
der
Kirche
erhalten.
Das
Innere
des
Kreuzkuppelbaus
wird
von
der
mit
Kassetten
und
Rosetten
verzierten
Kuppel
dominiert.
Unterhalb
der
Kuppel
sind
auf
vier
großen
Reliefmedaillons
die
Evangelisten
zu
sehen.
Es
gibt
auch
wunderbare
Steinschnitzereien.
Außer
den
Kunstwerken
ist
mir
ein
Betstuhl,
auf
dem
eine
Stola
lag,
aufgefallen.
Er
schien
zum
Beichten
einzuladen.
Alle
Wände
der
Kirche
sind
bemalt.
Sehr
beeindruckend
und
würdig
stehen
wir
und
staunen
und
preisen
unseren
Schöpfer.
In
der
kommunistischen
Zeit
war
das
Gotteshaus
als
Lagerhalle
benutzt
worden.
Nicht
weit
vom
Markt
steht
die
Synagoge.
Leider
wurde
sie
durch
einen
Brand
sehr
beschädigt.
Obwohl
sie
nicht
mehr
so
beeindruckend
ist,
kann
man
an
ihr
die
Spuren
eines
einst
reichen
jüdischen
Lebens
in
der
Stadt
erkennen. Sie war sicherlich eines der schönsten Renaissancegebäude. Die jüdische Gemeinde war bis zum Holocaust sehr lebendig.
Anschließend
besuchten
wir
noch
ein
Turmmuseum,
in
dem
das
alltägliche
Leben
des
Volkes
gezeigt
wurde.
Es
war
voller
Erinnerungsstücke
aus
den
letzten
100
Jahren.
Inzwischen
war
Mittagszeit.
Die
Fahrt
zum
„Vasilius-Kloster“
führte
durch
die
schöne
Landschaft
eines
Naturschutzgebietes.
Das
Kloster
selbst
liegt
außerhalb
des
Dorfes
Krechiv.
1669
wurde
die
„St.
Nikolaikirche“
errichtet
und
das
Territorium
des
Klosters
mit
Verteidigungsmauern
und
Türmen
gesichert.
Der
parkähnliche
Garten
war
sehr
gepflegt.
Wir
gingen
durch
das
Tor
und
besuchten
zuerst
das
Haus
Gottes.
Danach
klingelten
wir
an
der
Pforte
und
meldeten
uns
zum
Essen
an.
Es
war
reichlich
und
schmeckte
sehr
gut.
Wir
wurden
von
zwei
Novizen
bedient.
Nach
dem
Zerfall
der
Sowjetunion
zogen
wieder
Mönche
ins
Kloster
ein.
Sie
gehörten
den
Basilianer-Mönchen
an.
Basilianer
sind
ein
im
17. Jahrhundert
gegründeter
Orden,
der
nach
den
Regeln
des
hl.
Vater
Basilius
lebt
und
arbeitet.
Als
Novizen
leben
35
junge
Männer
im
Kloster
und
geben
der
Mönchsgemeinschaft
eine
sichere
Zukunft.
Davon
können
wir
in
Deutschland
nur
träumen.
Dem
Kloster
ist
ein
Internat
angeschlossen.
Der
Abt
konnte
sich
nur
kurz
Zeit
für
uns
nehmen
und
wechselte
einige
Worte
mit
Archimandrit
Dr.
Andreas
Thiermeyer.
Bevor
die
Mönche
wieder
im
Kloster
leben
durften, wurde die Kirche als Kohlenlager missbraucht. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus, wie viel Schönes seither geschaffen wurde.
Nun
besuchten
wir
nochmals
die
Nikolaikirche.
Mit
unserem
gesungenen
Lob
dankten
wir
Gott.
Beim
Ausgang
bewunderten
wir
noch
die
Ikone
„Die
Entschlafung
der
Gottesmutter“.
Archimandrit
Dr.
Andreas
Thiermeyer
erklärte
uns
den
Sinn
des
Bildes.
Zwei
wunderbare
Ikonen
sind
im
Besitz
des
Klosters
und
Krechiv
wurde
wieder
zu
einem
beliebten
Ziel
von
Pilgerfahrten
der
griechisch-katholischen
Kirche
in
der
Ukraine.
Die
Gründer
des
Klosters
waren
2
Mönche
-
Joil
und
Silvester
-,
die
sich
hier
angesiedelt
hatten.
Nicht
weit
entfernt
im
Wald
befindet
sich
eine
heilkräftige
Quelle,
an
der
-
der
Legende
nach
-
einige
Menschen
die
Muttergottes
gesehen
hatten.
So
ist
der
Klosterkomplex
Vasilius
ein
heiliger
Ort.
Im
Hof
des
Klosters
wurde
eine
wunderschöne
Holzkirche
im
Stil
der
ukrainischen
Volksbaukunst
errichtet.
Sie
ist
ausdrücklich
für
die
vielen
Wallfahrer
gebaut
worden.
Diese
wundervollen Eindrücke mussten wir mit unseren Kameras festhalten, um sie mit nach Hause zu nehmen.
Wir
verabschieden
uns
sehr
herzlich
und
fahren
nun
weiter
nach
Lemberg.
Es
war
leider
Berufsverkehr.
Angekommen
erblickten
wir
auf
einem
weiten
Areal
die
größte
Kirche
von
Lemberg.
Die
Kirche
“Maria
Geburt“.
Sie
wurde
erst
im
Jahr
1990
erbaut
und
die
Pfarrei
ist
die
größte
in
Lemberg.
In
einem
Wohngebiet
von
150.000
Einwohnern
besuchen
am
Sonntag
15.000
Gläubige
die
göttliche
Liturgie.
Fünf
Gottesdienste
mit
3000
Menschen
werden
gefeiert.
Die
Lebendigkeit
der
Gemeinde
wird
von
2500
Katecheten
getragen
und
geprägt.
Die
Kirche
ist
mit
sehr
großen
Ikonen-Bildern
ausgestattet,
die
Szenen
aus
der
Bibel
zeigen,
wie
z.B.
Geburt
Jesu,
Kreuzigung,
Ausgießung
des
Heiligen
Geistes
an
Pfingsten.
Sie
sind
so
schön,
dass
man
gar
nicht
mehr
weitergehen
möchte.
Die
Säulen
sind
mit
ehrwürdigen
alten
Ikonen
geschmückt.
Dort
versammelten
sich
Gläubige
aller
Altersstufen
und
beteten.
Wenn
ich
an
unsere
Situation
in
Deutschland
denke,
erfüllt
mich
Wehmut.
Auf
dem
Mittelteil
des
viereckigen
Glockenturmes
ist
ein
Bild
vom
hl.
Vater Papst Johannes Paul II. gemalt. Er hatte im Jahr 2000 Lemberg besucht.
Unsere
letzten
Ziele
an
diesem
Tag
waren
das
Priesterseminar
und
die
Universität.
Im
Jahr
1990
wurde
das
Seminar
erbaut.
Dort
bereiten
sich
300
Kandidaten
auf
das
Priesteramt
vor.
Und
wieder
erfüllt
mich
Wehmut,
wenn
ich
an
unsere
Situation
in
Deutschland
denke.
Die
„Katholische
Universität
der
Theologie“
ist
nicht
weit
entfernt
vom
Priesterseminar.
An
dieser
Universität
lehrt
auch
Vasyl.
In
der
Fakultät
für
Theologie
und
Philosophie
und
der
Fakultät
für
Humanwissenschaften
mit
dem
Schwerpunkt
Humanismus
werden
viele
Studiengänge
angeboten,
neben
Theologie,
Philosophie
und
Humanwissenschaften
auch
Klassische
Philologie
und
Englisch.
Die
Universität
ist
Mitglied
in
mehreren
akademischen
Verbänden,
einschließlich
des
internationalen
Verbandes
katholischer
Universitäten
in
Europa.
Als
Letztes
besuchten
wir
die
Ikonographie-Schule.
Dort
bin
ich
noch
reich
beschenkt
worden.
Beim
Betrachten
der
Ikone
der
„Gottesmutter
mit
Kind“
fühlte
ich
mich
auch
von
ihr
angeschaut.
Die
Begegnung
unserer
Blicke
hat
sich
mir
tief
ins
Herz
eingeprägt.
Und
dass
es
so
bleibt,
bekommt
diese
Ikone
einen
besonderen
Platz
in
unserem
Haus
in
Obermichelbach.
Danke
für
diesen
Tag
und
für
die
unvergesslichen
Begegnungen.
Gott
segne
dieses
Land
und
bewahre
die
Menschen
vor
Krieg
und
allen
Nöten.
Möge
Gottes
Geist
kraftvoll
wehen und die Gemeinden lebendig erhalten. (Josefine Michal)