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© Oriens-Occidens e.V. 2020 | 21.09.2020 Impressum

25 Jahre Oriens-Occidens

„Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen“ Ein Bericht zum 25-jährigen Gründungsjubiläum von Oriens-Occidens
(md) Im Rahmen des diesjährigen Novemberseminars von Oriens  Occidens e.V., das vom 4. bis 6. November 2016 im Collegium Orientale  in Eichstätt stattgefunden hat, feierte der Verein sein 25-jähriges  Gründungsjubiläum. Zu diesem Anlass versammelten sich zahlreiche  Vereinsmitglieder, darunter auch die beiden „Gründungsväter“,  Ehrenpräses Hochwürdigster Herr Bischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB  sowie Präses und Geistlicher Beirat Archimandrit Dr. Andreas-A.  Thiermeyer, um – nicht ohne Nostalgie – an die Entstehungszeit zu  erinnern und sich zugleich voller Elan und Zuversicht der immer noch  aktuellen Ziele und Aufgaben zu verpflichten. Die Feierlichkeiten  gipfelten in einem Festakt am Samstagnachmittag, in dessen Rahmen  verschiedene Grußworte und eine Festrede zu hören waren.  Edeltraud Weber, die Erste Vorsitzende des Vereins, begrüßte die Gäste  und führte durch das Festprogramm. In ihren einführenden Worten ließ  sie den Blick in die Entstehungszeit von Oriens-Occidens e.V. im Jahre  1991 schweifen und endete mit einem Zitat von Goethe, das ebenso gut  das Fazit des bisher 25-jährigen Wirkens von Oriens-Occidens sein  könnte: „Wer sich selbst und andere kennt, wird auch hier erkennen:  Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen.“  Hochwürdigster Herr Bischof Hanke gratulierte in seinem Grußwort dem  „Geburtstagskind“ und schilderte anschließend den historischen  Entstehungskontext von Oriens-Occidens: In den 60er und 70er Jahren  habe es in Deutschland eine euphorische Bewegung gegeben, die im  Gefolge des II. Vatikanums den Blick auf den Osten richtete. Man habe  die Liturgie und die Spiritualität der Ostkirchen kennenlernen wollen. Die  Annäherung sollte eine gegenseitige Bereicherung zwischen Osten und  Westen zur Folge haben. „Wir waren ein Teil dieses Aufbruchs, dieser  Bewegung”, sagte Bischof Hanke und die Begeisterung von damals war  in seinen Worten noch deutlich zu spüren.  Das zweite Grußwort hielt Hochwürdigster Herr Bischof Anba Damian,  Generalbischof der Koptisch-Orthodoxen Kirche Deutschlands, der dem  Verein seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden ist. Er gewährte  einen Einblick in gemeinsame Erlebnisse und Reisen mit Oriens  Occidens und erinnerte unter anderem an eine Reise mit dem Verein  nach Ägypten, bei der sie als „Botschafter des Friedens aus Eichstätt”  bezeichnet wurden. „Oriens-Occidens ist ein großer Gewinn für den  Orient”, so Bischof Damian, „und wenn der Verein nicht vor 25 Jahren  gegründet worden wäre, so wäre es jetzt höchste Zeit dafür.“  Es folgte das abschließende Grußwort, das der amtierende Rektor des  Collegium Orientale, Dr. Oleksandr Petrynko, hielt. Er unterstrich die  Rolle von Oriens-Occidens bei der Gründung des Collegiums im Jahre  1998. Dabei verglich er den Verein mit einer Amme, die sich um das  neugeborene Kind kümmert. Die Mitglieder von Oriens-Occidens  standen dem Gründungsrektor Dr. Andreas-A. Thiermeyer damals mit  Wort und Tat zur Seite und übernahmen den Ammendienst im Hinblick  auf die Kollegiaten: von der Nachhilfe im Sprachkurs, dem  Korrekturlesen der wissenschaftlichen Arbeiten über Fahrdienste und  das Einstudieren der liturgischen Gesänge bis hin zum beruhigenden  Einwirken auf den Chef des Hauses. Und diese freundschaftliche  Beziehung zwischen Oriens-Occidens-Mitgliedern und den Studenten  hält auch in vielen Fällen über ihre Zeit im Collegium hinaus, so der  Rektor, der genau wusste, wovon er sprach, hatte er doch selbst zur  ersten Collegiaten-Generation gehört.
Die Festrede hatte Dr. Petro Stanko, ehemaliger Kollegiat und heute Militärseelsorger in Ingolstadt, vorbereitet. In seinen Ausführungen würdigte er die  Geschichte und das Wirken von Oriens-Occidens. Dr. Stanko skizzierte kurz die Ziele, die sich der Verein gesetzt hatte: Förderung der Beziehungen zwischen  den christlichen Kirchen des Ostens und des Westens und Schaffung einer Begegnungsfläche für Menschen mit kulturellen, künstlerischen, wissenschaftlichen und religiösen Interessen. Ein weiterer Zweck des Vereins sei die Unterstützung konkreter wissenschaftlicher und caritativer Projekte. Diese Ziele würden unter  anderem durch Seminare und Einkehrtage verwirklicht, die mehrmals im Jahr an verschiedenen Orten stattfinden. Im Rahmen seiner Festrede las Dr. Stanko  auch verschiedene persönliche Erinnerungen einzelner Vereinsmitglieder vor und würdigte einige Mitglieder für ihre besonderen Verdienste um das Collegium  Orientale. Besondere Aufmerksamkeit schenkte er dem Hauptprotagonisten des Vereins Archimandrit Dr. Andreas-A. Thiermeyer, der Oriens-Occidens seit  seinem Bestehen maßgeblich prägt – durch seine schier unerschöpfliche Referententätigkeit bei den Seminaren, seine begeisternden Fähigkeiten als  Reiseleiter und „Türöffner“ zu den Ostkirchen und ihren Kirchenoberhäuptern bis hin zu seinen liturgischen und seelsorglichen Diensten für die Mitglieder. Seine Festrede beendete Herr Dr. Stanko mit Dankesworten an den Vorstand des Vereins und mit Segenswünschen. Zum Abschluss erfolgte ein Rückblick auf 25 Jahre Oriens-Occidens e.V. in einer von Karl und Anna Ellert zusammengestellten Dia-Show. Für die musikalische  Umrahmung der Feier sorgten der Chor des Collegium Orientale mit seinen ostkirchlichen Gesängen und Rudolf Pscherer, Katharina Weber sowie die Familie  Sailer mit klassischen Werken von Bach und Telemann. In der Großen Vesper im byzantinischen Ritus und dem Empfang im Refektorium des Priesterseminars fand der Festtag einen würdigen Ausklang. Wer dabei war und die freundschaftliche Atmosphäre zwischen allen Beteiligten erlebt hat, muss erkennen: „Orient  und Okzident sind nicht mehr zu trennen“. 
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