Oriens-Occidens verbindet Christen
verschiedener Kirchen aus Ost und West
Auslandsseminar 2024
Ohridreise
Prolog
Nach
der
letzten
Exkursion
ins
schwäbische
Barock,
perfekt
geplant
und
souverän
geleitet
vom
Dreigestirn
Maria,
Joachim
und
Andreas,
nun
eine
der
nicht
minder
abenteuerlichen
Ausfahrten
bzw.
Flüge
in
die
Nähe
des
Urchristentums,
dieses
Mal
in
die
Ferne
des
illyrischen
und
alt-kirchlich-
orthodoxen
Raums.
Unter
der
Führung
der
Webers
(hier
wohl
ein
Zwei-
Gestirn
oder
gar
Drei-Gestirn?)
war
auch
dies
beruhigt
anzugehen.
Begleitet
und
spirituell
angeleitet
wie
immer
vom
standhaften
Archimandriten Andreas-Abraham und der Chorleiterin Debora.
Bewährungsprobe
Allgegenwärtig
ist
er,
der
heilige
Georg,
sei
es
als
Patron
von
Kirchen
oder
als
Ikone
in
nahezu
jedem
Kirchenraum
und
Kloster.
Und
davon
gibt
es
viele
in
und
um
Ohrid,
allein
hier
angeblich
365,
also
das
Jahr
begleitend
und
erfüllend.
Dass
dessen
Kampfgeist
gegen
Drachen
jeglicher
Art
auch
in
Edeltraud
Weber
steckt,
konnte
man
zwar
ahnen,
doch
nun
durfte
er
sich
ganz
entfalten.
Alle
Widrigkeiten
–
die
plötzliche
Streichung
des
bereits
gebuchten
Flugs,
die
Organisation
aller
Hotels,
eines
kompletten
Schiffes
und
und
und
–
all
dies
erledigte
sie
als
Georgina
mit
einer
Lanze
aus
der
lässigen
Hüfte
heraus.
So
scheint
es
zumindest
von
außen.
Denn
keiner
der
Mitreisenden
der
spektakulären
Truppe
des
Oriens-Occidens
bemerkte
irgendeine
Anstrengung
in
der
Art
fauchender
Drachen.
Es
lief
wie
am
Schnürchen.
Und
das
in
einem
Land,
das
sich
wirklich
im
Schnittpunkt
vieler
Begehrlichkeiten
politischer
wie
historischer
und
religiöser
Art
befindet,
wobei
man
das
eine
kaum
vom
anderen
trennen
kann.
Status Quo
Nordmakedonien
ist
jung
und
alte
Reiche
schauen
direkt
auf
den
begnadeten
Landstrich
mit
Bergen
über
2700
Metern,
einem
der
tiefsten
und
ältesten
Seen
Europas
und
wunderbaren
uralten
und
lebendigen
Kirchen.
Dass
der
geistliche
Führer,
Archimandrit
Dr.
Andreas-Abraham
Thiermeyer
sich
hier
einen
Jugendtraum
erfüllte,
war
mit
seinen
geistlichen
und
geistigen
Ausführungen
an
jedem
Ort
und
in
jeder
Kirche
zu
spüren
und
zu
erleben.
Welch
ein
Reichtum
an
Gedanken
und
Eindrücken.
Einflüsse
der
albanisch-muslimischen
Kultur
prägen
Teile
der
Stadt
Ohrid
ebenso
wie
vor
allem
die
Kirchen
aus
byzantinisch-bulgarischer
Herkunft.
Dass
auch
Belgrad
aus
der
Zeit
der
Abhängigkeit
von
dieser
Metropolie
Ansprüche
stellt,
ist
eine
spürbare
Tatsache
wie
auch
die
Rivalität
zu
Griechenland
mit
der
Provinz
gleichen
Namens.
Aus
den
Urzeiten,
bis
in
die
römische
und
dann
byzantinische
Zeit
hinein,
leitet
sich
der
eigene
Anspruch
auf
Selbständigkeit/Autokephalie
ab.
Die
mazedonische
Orthodoxie
beruft
sich
auf
die
mittelalterliche
Tradition
des
im
18.
Jahrhundert
untergegangenen
Erzbistums
Ohrid.
Im
Jahr
1967,
genau
200
Jahre
nach
der
Auflösung
des
Erzbistums,
erklärte
sich
die
Kirche
gegen
den
Willen
des
serbischen
Patriarchats
für
autokephal.
Jüngst
wurde
die
Autokephalie von Konstantinopel – 2022 - auch bestätigt.
Die
Gottesdienste
werden
nach
Byzantinischem
Ritus
in
kirchenslawischer
oder
in
der
mazedonischen
Sprache
gefeiert.
Die
kirchlichen
Feste
richten
sich
nach
dem
Julianischen
Kalender.
Bei
der
Heiligenverehrung
stehen
neben
der
Gottesmutter
vor
allem
die
aus
Thessaloniki
stammenden
Slawenapostel
Kyrill
und
Method
sowie
deren
Schüler
Kliment
und
Naum
im
Mittelpunkt.
Letztere
stehen
auch
am
Beginn
der
monastischen
Tradition
auf
dem
Gebiet
des
heutigen
Nordmazedoniens.
Als
übergroße
Figuren begrüßen sie im Hafen von Ohrid die Einreisenden.
Aufbruch
Aufgrund
der
Verschiebung
der
Reisezeit
(statt
August
nun
Ostern)
und
des
Flugplatzes
(statt
Memmingen
Wien)
ergaben
sich
neue
abenteuerliche
Anreisebedingungen
[private
Fahrt
nach
Arbing,
Bus
nach
Wien,
Flug
nach
Ohrid-Flugplatz,
Klein-Bus
zum
Hotel],
die
geschickt
durch
massive
Fürsorge
[Lasagne,
Salat
und
Ostereier
im
Erndl-Küchenstudio]
abgefedert
wurden.
Eine
der
Sache
angemessene
Vorableistung
aller,
um
auch
das
bevorstehende
Wunderbare als verdient annehmen zu können.
Man
fuhr
vor
Mitternacht
los,
von
Arbing
über
Passau
direkt
nach
Wien/Flughafen.
Müde
und
zugleich
gespannt
stand
das
Häuflein
der
aufrichtig
Reisenden,
wobei
sich
noch
versprengte
Grüppchen
hinzugesellten,
pünktlich,
also
einige
Stunden
nach
Mitternacht
in
Schwechat,
um
nach
einem
wunderbaren
Flug
in
den
Sonnenaufgang
direkt
über
dem
See
schwebend
das
Ziel
anzuzielen.
Der
Flughafen
mit
dem
sprechenden
Namen
Sankt
Apostel
Paulus
war
das
symbolträchtige
Tor
zum
Eintritt
in
eine
andere Welt. Die Welt der Antike, die Welt des Urchristentums und die Welt des byzantinisch- orthodoxen Kosmos.
Mit
einem
Kleinbus
fuhr
die
tapfere
Truppe
direkt
an
den
Strand
des
Sees,
nämlich
auf
die
Terrasse
des
Hotels
Kadmo,
um
hier
das
erste
üppige
mazedonische
Frühstück
mit
einem
Erweckungskaffee
zu
genießen.
Die
strahlende
Sonne,
das
wunderbare
Frühstück
und
die
herrliche
Terrasse
waren
dann
Anlauf
und
Zielpunkt
all
der
Frühstücke und der Abendessen, die hier zu über-voller Zufriedenheit eingenommen werden konnten. Ein wunderbarer Ort!
Exkurs mit Blick auf den See und einem Über-Blick auf die Geschichte
Der
griechische
Ortsname
Lychnidós
(Λυχνιδός)
taucht
früh
auf.
Als
Alexander
der
Große
nach
seinem
Vater
Teile
Illyriens
und
Thrakiens
eroberte,
entwickelte
sich
die
Siedlung
zu
einer
Stadt
der
Epoche
des
Hellenismus
mit
eigenem
Theater.
Sie
wurde
später
Teil
der
Römischen
Republik,
die
Heerstraße
Via
Egnatia
verband
Rom
über
Ohrid mit Saloniki, später Konstantinopel. Lychnidos wurde in der späten Antike unter den Byzantinern Bischofssitz.
Mit
der
Landnahme
der
Slawen
auf
dem
Balkan
(7./8.
Jh)
breiteten
sich
diese
auch
in
der
Region
des
Ohridsees
aus.
Die
Stadt
wurde
als
Bischofsresidenz
im
Vierten
Konzil
von
Konstantinopel
(879/880)
erstmals
mit
dem
Namen
Ohrid
erwähnt.
Als
Bischofsstadt
war
Ohrid
im
Mittelalter
ein
bedeutendes
geistiges
Zentrum
des
Bulgarischen
Reiches
und
des
orthodoxen
Christentums.
Die
Gelehrten
Kliment
und
Naum
wirkten
dort.
In
dieser
Zeit
entstanden
die
Sophienkirche,
das
St.-Kliment-
Kloster (oder auch St.-Pantaleon-Kloster) und das Kloster Sveti Naum.
Die
Osmanen
kamen
in
den
Jahren
um
1400
in
den
Besitz
von
Ohrid.
In
den
folgenden
Jahrhunderten
wurde
die
Stadt
ein
Zentrum
des
Islams,
in
der
Moscheen
und
Medressen
erbaut
wurden.
Die
Stadt
blieb
daneben
bis
Mitte
des
15.
Jahrhunderts
weiterhin
Zentrum
der
christlichen
Kunst
bzw.
der
Schule
von
Ohrid
mit
ihrer
Fresken-
und Ikonenmalkunst.
Nach
dem
Zweiten
Weltkrieg
wurde
die
gesamte
Altstadt
von
Ohrid
zum
nationalen
Kulturdenkmal
Jugoslawiens
erklärt.
Darauffolgend
wurden
viele
der
mittelalterlichen
Kirchen und umliegenden Klöster sowie deren Wandmalereien restauriert. Der See und die Stadt wurden 1979 bzw. 1980 von der UNESCO zum Welterbe erklärt.
1.
Tag: Ohrid - Habt acht!
Der
erste
Eindruck
vor
dem
gemeinsamen
Start
am
Vormittag
bestätigt
die
Stadt
als
einen
Schnittpunkt
vieler
Interessen.
Ein
lebendiger
Ort
zwischen
Tourismus,
Strand,
Badevergnügen,
Schifffahrt
ebenso
wie
die
Einteilung
der
Stadt
in
eine
Altstadt
mit
unzähligen
wunderbaren
Kirchen
und
Kapellen
und
ein
Viertel
mit
alten
und
neugebauten
Moscheen.
Hier
zog
über
Jahrhunderte
die
Geschichte
ältesten
und
ebenso
neuesten
Datums
hindurch.
Zerstörungen,
Wiederaufbau
und
in
jüngster
Zeit
geradezu
ein
Wettbewerb
im
Restaurieren
von
alten
Kirchen
und
ebenso
dem
Neubau
von
Moscheen
zeigen,
je
nach
Perspektive,
das
friedliche
Nebeneinander
oder
-
hoffentlich nicht - eine ideologische Hochrüstung diverser politischer Ansprüche.
Um
die
Mittagszeit
begann
der
erste
gemeinsame
Vorstoß
in
eine
der
Hauptkirchen
der
Stadt,
welche
in
vier
Minuten
zu
Fuß
erreicht
wurde.
Groß
in
ihrer
scheinbaren
Schlichtheit
steht
die
Sophienkirche
im
Zentrum.
Und
genau
das,
was
Dr.
Thiermeyer
vor
dem
Eintritt
in
die
Kirche
ausführte,
konnte
man
spüren.
Diese
Hagia
Sophia,
der
Muttergottes
geweiht,
ist
das
Symbol
für
die
Kirche,
die
gesamte
Christenheit,
indem
über
jeden
einzelnen
gesagt
und
hier
gezeigt
wird,
dass
er
direkten
Zugang
hat
zu
dem
über
ihr
Abgebildeten,
nämlich
ihren
erhobenen
Sohn,
der
die
Erlösung
anbietet
und
in
seiner
Person
darstellt.
Genau
diese
Bild-Botschaft
empfängt
jeden
Eintretenden und macht ihn staunend stumm.
Die
Sophienkirche
(Sveta
Sofija)
aus
dem
11.
Jahrhundert
ist
ein
byzantinischer
Kirchenbau.
Die
dreischiffige
Pfeilerbasilika
wurde
zwischen
1037
und
1056
auf
den
Fundamenten
einer
frühchristlichen
Kirche
erbaut.
1313/14
wurde
der
Bau
um
einen
zweigeschossigen
Exo-narthex
(Vorhalle)
mit
zwei
Kuppeln
und
Galerien
im
Obergeschoss
erweitert.
Nach
der
Eroberung
der
Region
um
Ohrid
durch
das
Osmanische
Reich
wurde
die
Kirche
in
eine
Moschee
umgewandelt,
der
Glockenturm,
die
Zentralkuppel
und
die
Innengalerien
wurden
abgetragen.
Nach
dem
Russisch-Osmanischen
Krieg
von
1877/78
konnte
ihre
ursprüngliche
Funktion
als
christliche
Kirche
zurückgegeben werden.
Verkündigung:
In
der
Kirche
sind
wieder
die
zahlreichen
Fresken
zu
sehen,
mit
denen
ihre
Wände
im
11.
Jahrhundert
ausgemalt
worden
waren.
Sie
zeugen
von
dem
Zusammentreffen
lokaler
Kunst
mit
der
aus
Konstantinopel
kommenden,
heute
Weltkulturerbe.
Auffällig
ist,
dass
sie
mit
blauem
und
nicht
mit
goldenem
Hintergrund
gemalt
wurden.
Hier
erblüht
die
Freskenkunst
der
Romanik.
Sie
sind
zugleich
Ausdeutungen
der
Texte
des
hl.
Johannes
Damaskenos,
der
im
Bilderstreit
gegen
die
Kaiser
Leo und Konstantin für die Bilderverehrung eingetreten war.
Ein
Glück
im
Unglück:
Alle
Fresken
in
der
Sophienkirche
waren
in
der
Zeit
der
Herrschaft
des
Osmanischen
Reiches
und
der
Nutzung
der
Kirche
in
dieser
Zeit
als
Moschee übermalt worden. Zwischen 1950 und 1957 wurden die Fresken wiederentdeckt.
Überwältigung
nach
dem
Eintritt
in
eine
unglaubliche
Schönheit:
Im
Gewölbe
des
Altarraums
findet
sich
die
monumentale
Himmelfahrt
Christi:
Christus
wird
von
vier
Engeln
gen
Himmel
getragen,
während
die
Apostel
und
Maria
auf
der
Erde
zurückbleiben;
darunter
ein
mit
betenden
Engeln
geschmückter
Fries.
In
der
Apsis
sind
frontal
die
Thronende
Muttergottes
mit
Kind
dargestellt,
ebenso
die
Darstellungen
des
Opfer
Abrahams,
der
Vierzig
Märtyrer
von
Sebaste
und
die
Porträts
der
Slawenapostel
Kyrill und Method im Narthex.
Ausgang im Trost: Mariä Entschlafung als Bild für die Erlösung eines jeden im Tod, als Aufnahme in die Hände des Sohnes.
Umfassung:
Im
Westen
lagern
Narthex
und
Exonarthex
vor,
um
hier
den
Aufzunehmenden
(Katechumenen)
und
Wiederaufzunehmenden
(Sünder)
einen
Platz
zu
lassen.
Auch liegt hier der Aufgang der Frauen in die Galerie.
Benommen
oder
besser
berührt
von
diesem
Eindruck
spazierten
bzw.
pilgerten
die
Schutzbefohlenen
des
Archimandriten
im
Sonnenschein
entlang
des
hölzernen
Steges
direkt zum Wahrzeichen Ohrids am See, der fotogenen Kirche des hl. Johannes von Kaneo. Ein Anstieg am See ließ diesen Pilgergang zum Erlebnis werden. Eine Idylle!
Die Kirche des heiligen Johannes von Kaneo
Die
Kirche
des
Heiligen
Johannes
von
Kaneo
(Sveti
Jovan
Kaneo)
aus
dem
13.
Jahrhundert
steht
am
Seeufer
auf
einem
Vorsprung.
Nach
osmanischer
Zerstörung
wurde
die
Kirche
im
17.
Jahrhundert
aufgegeben,
aber
gegen
Ende
des
19.
Jahrhunderts
von
den
Bulgaren
wieder
restauriert.
Der
Patron
Johannes
von
Patmos
ist
mit
der
Jungfrau Maria und mit anderen Heiligen in der Apsis dargestellt. Anwesend ist auch der Heilige Clemens von Ohrid.
Hier
stimmte
unter
der
Leitung
von
Debora
und
Abraham
der
Chor
der
aufrechten
Pilger
den
Osterhymnus
an,
der
von
nun
ab
in
jeder
besuchten
Kirche
erklingen
durfte
und seine Qualität im Laufe der Zeit zu steigern wusste.
Der
Anstrengung
der
Steigung
folgte
die
Anstrengung
der
Umquerungs-Wanderung
zum
hoch
gelegenen
und
neu
errichteten
Klosterbau
der
Klimentskirche.
Diese
Kirche
Sveti
Kliment
aus
dem
13.
Jahrhundert
war
der
Gottesmutter
Peribleptos
(Περιβλὲπτος
=
hochangesehen)
geweiht.
Erst
als
später
die
Reliquien
des
Heiligen
Kliments
überführt
worden
waren,
erhielt
die
Kirche,
die
wegen
der
Umwandlung
der
Sophienkirche
in
eine
Moschee
jetzt
erzbischöfliche
Hauptkirche
war,
den
Namen
Sveti
Kliment.
Der
byzantinische
Ziegelsteinbau
auf
dem
Grundriss
des
„eingeschriebenen
Kreuzes“
ist
mit
einer
oktogonalen
Kuppel
und
einer
gestuften
Altarapsis
versehen.
Sie
ist
wohl
das
Symbol
für
die
wechselhafte
Geschichte
des
Ortes
selbst,
denn:
1453
ließ
der
osmanische
Sultan
Mehmed
I.
den
Erzbischof
mit
dem
Klerus
deportieren
und
das
Kloster
mit
den
Kirchen
zerstören.
An
seine
Stelle
wurde
die
Sultan-Mehmed-Moschee
errichtet.
Auf
dem
Areal
des
ehemaligen
Klosters
fanden
1943,
1965
und
2007
archäologische
Ausgrabungen
statt.
Als
Projekt
des
mazedonischen
Staates
wurde
die
ehemalige
Grabeskirche
nach
dem
Vorbild
anderer
Bauten
ab
2000
neu
errichtet.
Diese
trägt
den
Namen
St.
Kliment
und
Pantaleon.
Und
so
empfängt
das
Innere
der
Kirche
jeden
mit
dem
Programm
eines
orthodoxen
Kirchenbaus,
in
neuen
Farben
erstrahlend.
Begleitet
von
einem
Hahnenkampfgeschrei
(oder
-gesang?)
im
neben
dem
„Kloster-Café“
liegenden
Garten
genossen
die
Pilger
eine
wohlverdiente
Pause.
Die
Sonne
verwöhnte
sie.
Auf
dem
Abstieg
passierten
sie
einige
verschlossene
Kirchen,
wie
die
der
Hl.
Bogorodica
Perivlepta
oder
die
Basilika
des
Hl.
Kliment/Gottesmutter
Perivlepta
oder
das
offenliegende
griechische
Theater.
Das
Ufer
des
Sees
erwartete
die
müden
Beine,
um
hier
zur
Ruhe
vor
dem
Abendessen
zu
kommen.
Ein
wunderbarer Abschluss mit dem Ziel, diese Nacht wirklich zum Schlaf zu nutzen.
2. Tag: Erkundungen
Nach
dem
großen
Anreisetag
mit
der
anschließenden
Pilgerwanderung
stand
eine
Exkursion
in
die
Schluchten
des
Balkan
bevor.
Nach
dem
Frühstück
stiegen
alle
mutig
in
den
Kleinbus,
der
die
Tiefen
und
Höhen
des
Gebirges
erkunden
sollte.
Erstes
Ziel
war
das
Kloster
Kalishta
hinter
dem
Nachbarort
Struga,
am
Ohrid-See
und
wenige
Kilometer
vor
Albanien
gelegen.
Die
Kirche
wie
auch
die
Klosteranlage
macht
den
Eindruck
einer
frisch
renovierten,
wenn
nicht
sogar
neu
gebauten
Anlage.
Ein
weiteres
Postkartenmotiv
am
See,
mit
Kiesstrand,
wunderbar
ausgemaltem
Kirchen-Innenraum
-
ein
Gelände,
auf
dem
bereits
in
aller
Frühe
sich
Pilger
tummelten.
Den
überwältigenden
Eindruck
erweckte
dann
die
innerhalb
des
Areals
liegende
Felsenkirche.
Auf
einer
Stiege
erklomm
man
die
Mönchszellen,
die
wahrlich
nur
Zellen
sind,
um
dann
in
eine
Kirchenraum
zu
gelangen,
der
für
eine
sehr
kleine
Zahl
von
Betern
Platz
lässt,
jedoch
einen
unendlichen
Raum
für
die
Seele.
Hier
bekommt
das
Wort
Staunen
mit
offenem
Mund
zu
seinem
Recht.
Alles
ist
so
eingerichtet
und
mit
den
schönsten
Farben
ausgemalt,
dass
jede
Ecke,
jeder
Stein
seine
Bedeutung
hat
und
man
hier
Gottesdienst
feiern
kann,
ohne
etwas
missen
zu
müssen.
Allein
das
Programm
der
Fresken
der
Apsis
von
links
nach
rechts
gelesen
ist
eine
Zusammenfassung
der
Weltgeschichte:
Palmsonntag
mit
der
Versuchung
eines
Messias,
der
den
Gesetzen
der
weltlichen
Macht
folgen
soll,
über
Gründonnerstag,
dem
Bild
einer
dienenden
Kirche,
zum
Karfreitag
als
dem
Abstieg
in
die
Welt
des
Todes
und
die
Unterwelt,
bis
zur
Erhöhung
der
Aufnahme
in
das
Reich
Gottes,
die
Auferweckung
als
dem
Trost
aller
gläubigen
Menschen.
Die
Wände
mit
allen
Festen
der
Kirche
und
mit
allen
Aposteln
sowie
die
Decke
mit
dem
auferstandenen
Erlöser.
Und
jeder,
der
hier
Eintritt
hat,
steht mitten im Heils-Geschehen.
Nach
diesem
Besuch
fuhr
der
Bus
durch
die
Schluchten
und
neben
dem
Fluss
Crn
Drim
zum
Frauenkloster
St.
Georgij
Pobedonosec.
Die
Fahrt
ist
ein
Traum
–
Wasser,
Berge
und
malerische
Dörfer.
Vorbei
–
leider
vorbei
–
fuhr
der
Bus
am
Eingang
zu
einer
kuriosen
Enklave.
Vevcani
ist
eine
Kleinst-Region
mit
eigener
Staatsbürgerschaft.
Der
von
vielen
Quellen
durchflossene
und
wasserreiche
Ort
hat
etwa
3000
Bewohner,
die
aber
zu
allen
Zeiten
dem
Staat,
der
ihn
umgab,
Widerstand
leistete.
Und
so
kann
man
heute
hier
gegen
eine
Gebühr
von
100
Denare
einen
Pass
erwerben,
der
einem
zum
Bürger
dieses
Landes
macht.
Diese
Chance
wurde
jedoch
vertan,
da
der
möglichst schnelle Besuch des Frauenklosters wichtiger war. Verständlich, aber doch auch irgendwo bedauerlich.
Rajcica (Frauenkloster St. Georgij Pobedonosec
Im
Dorf
Rajchica
(raj
=
Paradies),
in
der
Nähe
der
Stadt
Debar,
liegt
das
Kloster
des
Heiligen
Georg
des
Siegreichen,
eines
der
schönsten
makedonischen
Klöster.
Eine
Lage
mit
Blick
auf
den
Debar-See,
der
wunderschöne
Innenhof
und
eine
Kirche,
die
reich
an
Ikonen
und
Reliquien
ist!
Wenn
man
den
Klosterhof
betritt,
betritt
man
tatsächlich
das
Paradies.
In
der
Kirche
werden
ein
Stück
des
Kreuzes
Jesu
und
ein
kleiner
Teil
der
Hand
des
Heiligen
Georg
des
Siegreichen
aufbewahrt.
Berühmt
ist
die
Ikone
des
Heiligen
Georgi,
eine
Replik
des
Originals
vom
Athos.
Die
Legende
erzählt:
Eines
Nachts
kam
die
Ikone
auf
mysteriöse
Weise
ins
Kloster.
Ein
Bischof
im
Kloster
glaubte
nicht,
dass
die
Ikone
wundertätig
sei.
Um
sich
zu
überzeugen,
kam
er
und
begann,
die
Ikone
mit
seinen
Fingern
auf
Farbe
hin
abzukratzen.
Als
er
die
Nase
des
Heiligen
Georg
berührte,
blieb
sein
Finger
kleben.
Der
heilige
Georgi
offenbarte
sich
dem
Bischof
mit
den
Worten:
Weil
du
nicht
geglaubt
hast,
wird
es
für
immer
ein
Zeichen
deines
Unglaubens
auf
dieser
Ikone
bleiben.
Der
Finger
des
Bischofs
sollte
abgeschnitten
werden
und
das
Stück
seines
Fingers
sollte
auf
der
Nase
der
Ikone
bleiben...
Bis
1945
lebte
im
Kloster
eine
Mönchsbruderschaft.
Dann
verboten
die
kommunistischen
Behörden
die
Aktivitäten
und
das
Kloster
wurde
in
Ställe
umgewandelt.
Im
Jahr
1999
war
das
Kloster
fast
ruiniert,
aber
dank
der
Initiative
des
Abtes
des
Klosters
St.
Jovan
Bigorski,
Archimandrit
Parthenius,
wurde
das
Kloster
erneuert.
Heute
arbeitet
und
betet
in
diesem
Kloster
eine
weibliche
Mönchsschwesternschaft,
die
eine
Schwesterbeziehung
mit
dem
Kloster
"Geburt
der
Jungfrau
Maria"
aus
Boston
USA
hat.
Die
Nonnenschwesternschaft
ist
auch
berühmt
für
handgefertigte
"Mitren"
(Mitra,
Krone,
Teil
der
liturgischen
Gewänder
der
orthodoxen
Bischöfe).
Diese
Mitra
tragen
alle
mazedonischen Bischöfe, aber auch Bischöfe in Bulgarien, Serbien, Griechenland, Rumänien und das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel.
Ebenso
atemberaubend
wie
die
Fresken
an
der
Außenseite
der
Kirche
ist
die
Gastfreundschaft.
„Singen
wir,
dann
kriegen
wir
was.“
So
sprach
Debora
und
so
geschah
es
nahezu
überall.
Denn
die
Türen
der
Gastfreundschaft
öffneten
sich
den
Irdischen,
die
dem
Gesang
der
Engel
sich
zu
nähern
versuchten.
Wie
im
Gleichnis
vom
anvertrauten
Geld,
so
erfüllten
alle
ihre
Aufgabe
und
versteckten
nicht
einfach
ihr
Talent,
sei
es
noch
so
gering.
Und
so
wurden
im
Vorhof
des
Klosters
den
Pilgern
Kaffee
und Kuchen und Getränke gereicht und…
Wohl
gestärkt
empfing
die
Truppe
nach
einer
weiteren
Fahrt
Richtung
Norden
das
Kloster
Sveti
Jovan
Bigorsk.
1020
gegründet
liegt
es
inmitten
eines
Nationalparks
–
umrahmt von Bergen mit Schnee.
Mit
der
Eroberung
der
Region
durch
die
Osmanen
wurde
das
Kloster
zum
großen
Teil
zerstört.
Erst
1743
begann
der
Wiederaufbau.
Zur
alten
Blüte
fand
das
Kloster,
als
1995 der Hegumene Partenij das Kloster übernimmt und das Klosterleben erneuert. Nach einem Brand wurden die Anlagen 2010 wiederaufgebaut.
Die
wunderbar
und
neu
bemalte
Kirche
lädt
zum
Lesen
ein,
zum
Lesen
der
über
500
Menschen
und
200
Tiere,
welche
Szenen
aus
dem
Alten
Testament
illustrieren,
Schnitzereien
bekannter
Künstler.
Bekannt
machen
das
Kloster
auch
die
vielen
Reliquien,
darunter
von
Johannes
der
Täufer,
Kliment
von
Ohrid,
Lazarus
von
Bethanien,
Stephanus,
Nikolaus
von
Myra,
Barbara
von
Nikomedien,
sowie
ein
Teil
des
heiligen
Kreuzes.
Das
Kloster
ist
groß,
zumal
der
Andrang
der
Gläubigen
zu
Erweiterungsbauten Anlass gab, sodass auch vor dem Kloster nun Gästehäuser zu bewohnen sind.
Und
wieder
öffnete
der
Gesang
Türen,
diesmal
die
Türen
zur
Wohnung
des
Abtes
des
Klosters.
Schon
im
Vorfeld
traf
die
Gruppe
auf
Mönche,
wobei
einer
in
früheren
Zeiten
bereits
im
Allgäu
zu
Hause
war,
sodass
er
auch
als
Dolmetscher
dienen
konnte.
Mit
dem
Ostergesang
im
Innenhof
des
Klosters,
welches
den
Abt
sichtlich
erfreute,
wurden
die
unterschiedlichen
Ostertermine
offensichtlich.
Und
von
der
Osterfreude
getragen,
bewirteten
die
Mönche
eine
Taufgruppe,
den
Abt
sowie
die
Reisegruppe
mit
Kaffee
und
Gebäck.
Die
Unterhaltung
zwischen
dem
Archimandrit
und
dem
Abt
tangierte
religiöse,
politische
wie
kirchliche
Themen,
der
Austausch
war
sehr
lebendig.
Mit
dem
Schwung
dieses
Erlebnisses
sang
die
Pilgergruppe
nochmals
in
der
Kirche,
traf
vor
der
Kirche
eine
weitere
singende
Gruppe,
die
aus
dem
Libanon
kam,
um
dann,
geführt von den Bibliothekaren der Abtei in die Bibliothek geführt zu werden. Hier konnte man die Gästezellen ebenso wie die neu eingerichtete Bibliothek bewundern.
In
der
Folge
wurde
dann
das
sehr
verspätete
Mittagessen
im
klostereigenen
Restaurant
„Mijacite“
eingenommen,
das
aber
ob
der
zuvor
stattgefundenen
Bewirtung
im
Frauenkloster
und
ebenso
im
Männerkloster
nicht
sehr
üppig
ausfiel.
Die
Gesellschaft
war
satt,
physisch,
aber
vor
allem
geistig
und
spirituell
beschenkt.
So
brach
man
nach kurzer Zeit auf, um die Rückfahrt anzutreten und dann zu gewohnter Zeit wieder am Strand des Ohridsees beim Abendessen den Tag ausklingen zu lassen.
3. Tag in Ohrid
„Maria,
weiter
als
der
Himmel.“
Das
konnte
das
Motto
des
Tages
sein,
denn
der
Aufstieg
zur
nun
offenen
Kirche
St.
Kliment,
ursprünglich
und
jetzt
wieder
Maria
gewidmet
–
Sv.
Bogorodica
Perivlepta
–
fand
nun
eine
Herrlichkeit,
die
ganz
die
Herrlichkeit
des
Geschehens
um
Maria
offenbart.
Es
ergab
sich
nochmals
eine
Steigerung.
Schon
der
Narthex
ist
mit
den
Fresken
der
sog.
Renaissance
der
Paläologen
ausgemalt,
die
einen
plastischeren
und
räumlichen
Stil
einführten,
im
Gegensatz
zur
rein
byzantinischen
Gestaltungsweise.
Im
Eingang
empfängt
bereits
das
Paradies
mit
Abraham,
Isaak,
Jakob
und
dem
Schächer
am
Kreuz.
Ebenso
und
freudig
begrüßt
wurden die biblischen Gestalten von der eintretenden Gruppe, und zwar mit einem Hymnos Akathistos, vorbereitet und mit Liedblättern unterstützt von Debora.
Die
charakteristischen
Farben,
vor
allem
Blau
und
auch
Rot,
findet
man
überall
als
sinntragende
Zeichen.
Maria
gilt
die
Aufmerksamkeit:
Maria
im
Dornbusch,
das
Leben
Marias
von
Geburt
an,
die
Darbringung
im
Tempel,
die
Verkündigung
des
Messias
am
Brunnen,
die
Geburt
des
Sohnes,
die
Leidensgeschichte,
die
Ankündigung
des
eigenen
Todes
und
zentral
die
Aufnahme
in
den
Himmel,
wobei
hier
die
Seele
geradezu
getragen
und
gezogen
wird
von
der
Schar
der
Engel,
welche
den
Sohn
umringen.
Der
Tod
Mariä
geschieht
in
der
Tradition
auf
dem
Zion-Berg,
umringt
von
den
Aposteln,
nachdem
sie
wohl
von
Ephesos
zurück
nach
Jerusalem
gereist
war,
zum
sog.
Konzil
der
Apostel.
Als
Symbol
für
Maria
und
damit
der
Kirche,
erklärt
Archimandrit
Andreas-Abraham,
gilt
die
schöne
Pforte,
durch
die
das
Evangelium
hinaustritt
in
die
Welt
und
wieder
zurückkehrt
bzw.
hineingetragen
wird.
Im
Altarraum
versammeln
sich
alle,
die
eine
Liturgie
geschrieben
haben,
Jakobus,
Gregor,
Basilius
und
Johannes
Chrysostomos. Christus selbst erscheint als Zeichen der von ihm abgewaschenen Sünde ohne Bart.
Im
Anschluss
daran
führt
der
freundliche
Wärter
der
Kirche
noch
in
die
unweit
am
Hang
zum
See
gelegene
Kirche
Sveti
Konstantin
i
Elena.
Noch
einmal
eine
Gelegenheit,
ähnliche Malereien in dem einschiffigen Bau mit Querschiff und südlich angebauter Nebenkirche zu bewundern.
Das
Ikonenmuseum,
das
aus
einem
Raum
besteht,
lohnt
sich
in
jedem
Fall,
als
hier
aus
unterschiedlichen
Epochen
die
wertvollsten
Ikonen
und
die
anschaulichsten
Beispiele
für
die
unterschiedlichen
Stile
zu
betrachten
sind,
vom
Erzengel
Michael
bis
zu
Nikolaus
oder
Basilius
dem
Großen
und
Johannes
dem
Täufer
als
Engel
(Bote
des Herrn).
Auf
dem
weiten
Abstieg
über
die
Rückseite
des
Hügels
steht
die
Kirche
Bogorodica
Kamenska,
heute
Sitz
des
Bischofs.
Auch
sie
thront
über
der
Stadt,
unweit
der
Ali
Pascha
Moschee,
von
der
die
Muezzin-Rufe
des
Mittags
ertönen.
In
der
Kirche
finden
sich
alle
Motive
wieder,
hier
in
neu
gemaltem
Gewand.
Pfingsten
wird
dargestellt
als
im
Kreis
sitzende
Apostel,
die
im
Zentrum
den
Gott
Chronos
mit
Schriftband
ansehen,
der
nun
überwunden
ist.
Auch
alte
und
neuere
Ikonen
sind
in
einer
Galerie
zu
betrachten
–
der
Zugang
ist
über
eine
Treppe
in
der
Kirche
erreichbar.
Die
mehrmals
zerstörte
und
wieder
aufgebaute
Kirche
ist
wie
viele
andere
Heiligtümer
vergleichbar
mit dem Israel des AT, das ebenso zwischen den Großreichen lag und immer wieder auferstand. Überleben zwischen Slawen, Osmanen und Tito.
Der
Rest
des
Nachmittags
wird
unterschiedlich
genutzt,
zu
einer
Wanderung
zur
Festung
des
Zaren
Samuil
mit
einem
herrlichen
Blick
über
Berge,
See
und
Stadt
oder
zum Einkauf oder zum Café oder zur Erholung der müden Beine.
4. Der Tag der Über-Fülle
Motto des Tages: Mit der Armada auf hoher See.
Alles
begann
und
alles
endete
in
der
Kadmo
Bar.
Für
den
Leib
das
Frühstück
vor
dem
großen
Auszug
auf
die
Hohe
See
des
Ohrid
zum
Zweck
eines
Schaukelns
auf
den
Wogen
des
Wohlgenusses;
für
Leib
und
Seele
die
alleinige
Besetzung
eines
ganzen
Schiffes
namens
Armada
mit
einem
wohlgeplanten
Sektempfang
durch
die
Crew
–
im
Namen
und
Auftrag
der
Familie
Weber
junior;
und
dann
für
alle
Sinne
gemeinsam
die
Üppigkeit
der
Landschaft
um
einen
herum.
Während
am
nördlichen
Ende
dieses
alten,
tiefen
und
fischreichen
Sees
Sv.
Klemens
ein
Kloster
gründete,
gründete
am
südlichen
Ufer
Sv.
Naum
ebenso
eines;
beide
die
Schüler
der
Heiligen
Method
und
Kyrill. Und zu Naum zog nun das Schiff mit seiner Fracht.
Vor
dem
eigentlichen
Ziel
wurde
an
einem
Pfahldorf
mit
dem
treffenden
Namen
„Bay
of
bones“
kurz
Halt
gemacht.
Ein
Museum
auf
dem
Wasser
-
die
Rekonstruktion
eines
prähistorischen
Stelzendorfs
mit
24
Hütten
aus
der
Steinzeit.
Die
Siedlung
wurde
nachgebaut.
Am
Ostufer
liegt
diese
Museumssiedlung
auf
6000
Pfahlresten.
Die
runden Häuser dienten wohl für kultische Zwecke, die eckigen als Wohnungen. Es ist in jedem Fall das Zeugnis für die frühe Besiedlung dieser Gegend.
Nach
einer
weiteren
Fahrt
auf
See
erschien
dann
die
herrlich
gelegene
und
wunderschön
angelegte
Klosteranlage
Sveti
Naum
kurz
vor
der
albanischen
Grenze.
Pfauen
begrüßen
einen
mit
ihrem
nach
Klage
klingenden
Rufen,
wohl
um
die
Besucher
von
diesem
schönen
Ort
abzuhalten.
Umsonst.
Der
Pförtner
am
Eingang
der
Kirche
strahlte umso lustiger.
Das
Kloster
wurde
zwischen
893
und
900
von
dem
Gelehrten
Naum
erbaut,
seine
Grabstätte
liegt
ebenso
hier.
Nach
einem
Brand
im
Jahre
1871
wurde
es
teilweise
neu
errichtet.
Die
Kirche
birgt
noch
Reste
des
Anfangs.
Hier
finden
sich
auch
Zeichen
der
Auseinandersetzungen
zwischen
Bulgaren
und
Griechen.
Die
Fresken
und
Ikonen
sind
nur
in
griechischer
Sprache
gefasst.
Ein
Fresko
im
Eingangsbereich
der
Klosterkirche,
Michael,
bildet
auch
den
bulgarischen
Herrscher
Boris
I.
ab.
Zwischenzeitlich
gehörte das Kloster zu Serbien oder zu Albanien.
Das
Innere
der
Kirche
ist
voller
Fresken
mit
Szenen
aus
dem
Leben
Naums.
Zwei
alte
Säulen
beweisen
das
Alter
der
ursprünglichen
Kirche.
Der
Eindruck
erinnert
an
die
Kirche
Bogorodica
Perivlepta
in
Ohrid.
Klemens
und
Naum,
die
beiden
wirkmächtigen
Missionare
aus
Saloniki,
agierten
segensvoll
im
Auftrag
der
bulgarischen
Herrscher
und
ihrer
beiden
Lehrmeister.
Da
Sv.
Naum
an
den
Quellflüssen
des
Sees
liegt
und
hier
auch
ein
Hotel
sowie
ein
See-Restaurant
locken,
ist
dies
der
bisweilen
meistbesuchte Ort, den man zu Gesicht bekommen kann.
Mit
zwei
direkt
am
Ufer
liegenden
Ruderbooten
ging
es
weiter,
zu
den
Quellen
des
Sees.
Die
Ruderer
wiesen
auf
ihrer
Fahrt
mehrmals
auf
die
unter
dem
Wasserspiegel
sprudelnden
Karst-Quellen
hin
und
den
Zufluss
des
schwarzen
Drim.
Am
Ende
stand
die
kleine
Kirche
mit
dem
Namen
der
Presveta
Bogorodica,
einem
in
der
Orthodoxie
verbreiteten
Motiv
der
Wasser
spendenden
Muttergottes.
Mitten
durch
die
Kirche
läuft
eine
Abzweigung
eines
Zuflusses
zum
See,
so
dass
die
Kirche
als
natürliche
Taufkirche
genutzt
werden
kann.
Sie
ist
in
jedem
Fall
Zeichen
der
ihren
Sohn
verkündigenden
Muttergottes,
den
Lebensquell.
Nach
einer
kurzen
Landung
mit
Besichtigung und Gesang ruderte die Gruppe zurück, um sich entweder im Restaurant oder bei einem Strandspaziergang zu erholen.
Die Rückreise der Armada war ganz dem Genuss gewidmet.
Höhepunkt eines an Höhepunkten reichen Tages war dann das makedonische Abendessen, das von Vladimir und Ljuben organisiert worden war.
Die
Gäste
wurden
von
zwei
reizenden
kleinen
Mädchen
in
makedonischer
Tracht
empfangen,
um
nach
Salz
und
Brot
vom
Festleiter
in
schmucker
Tracht
einen
selbst
gebrannten
Empfangs-Raki
zu
erhalten.
Das
Fest
hatte
begonnen.
Das
Buffet
konnte
reichlicher
nicht
sein,
die
Musik
bestand
aus
drei
jungen
Vollblutmusikern
mit
Gitarre,
Geige
und
Akkordeon.
Welch
ein
Abend!
Welch
ein
Abschied!
Danke
an
die
erweiterte
Familie
Weber,
Dank
an
Herrn
Archimandriten
Abraham,
Dank
an
Debora,
Dank
an
Edeltraud, das Zentrum der Webers und der Reise und die Vorsitzende von Oriens-Occidens.
Liebe
zuhause
Gebliebene.
Wir
haben
euch
vermisst,
ihr
uns
hoffentlich
auch.
Die
Reise
war
wie
so
oft
äußere
und
innere
Betrachtung
und
Meditation,
Einführung
in
die
Welt der orthodoxen Transzendenz, Genuss von Land und Spiritualität der Menschen.
Epilog